Mittwochsgedicht

 

AUCH DIESMAL

Und auch diesmal wieder bin ich langsam

durch ein Tor herausgekommen,

am frühen, noch finsteren Morgen;

auf die Straßen,

breiter als des Tags, so leer,

mit toten Häusern:

auf die Straßen einer Maiennacht,

erfüllt von Wohlgeruch:

und auch diesmal

halt ich an, um hinzuhören auf diese Stille,

diese schöne Ruhe,

und der Wohlgeruch, jetzt,

da die Wachhunde noch schlafen, lange,

ausgestreckt hinter den Zäunen, schnaufend,

mit der Schnauze auf dem Boden,

steigt ganz langsam aus den Gärten auf,

entlang der Gartenmauern.

Und nichts sonst. Nichts.

War da vielleicht etwas? Nein, nichts.

Dieser Duft und diese Ruhe: das Herz bleibt still, ganz still.

 

Virgilio Giotti (aus dem Buch “Kleine Töne, meine Töne -Pice note, mie note”),

übersetzt von Hans Raimund 

Mittwochsspruch

(Das Foto habe ich hier gefunden.)

 

Wir ziehen ständig Vergleiche zwischen dem, was wir sind

und dem, was wir sein müssten.

Dieses fortwährende Sich-Vergleichen mit etwas oder mit jemand

ist der Hauptgrund unserer Konflikte.

Warum vergleicht ihr euch mit jemand?

Wenn ihr euch nicht mehr vergleichen werdet, werdet ihr sein, was ihr wirklich seid.

(Krishnamurti)