Frühsommer im Weinberg der Fiegl

Vor drei Wochen – endlich wieder bei FIEGL. Das ganze Frühjahr über war ich sehr beschäftigt, und genauso war es Matej Fiegl und seiner Familie ergangen. Die Arbeit im Weinberg durch den endlosen  Regen wollte und wollte nicht aufhören. Die Feuchtigkeit wäre sonst die ideale Basis für Pilzkrankheiten wie “Oidio” (Mehltau) und “Peronospora” (falscher Mehltau)………..

Aber heute haben wir es geschafft, es ist 17 Uhr und im Weinberg herrscht eine wunderbare Ruhe. Die Arbeit der letzten Wochen hat sich rentiert: Die Sauvignon-Reben erfreuen sich pilzloser Gesundheit, nur ein Kenner wie Matej findet manchmal ein vertrocknetes Zweiglein, denn die Peronospora lässt die Weinblüten vertrocknen.

Die Weinblüte ist schon fast vorbei, die meiste Blüten haben sich in kleine grüne Pfefferkörner (“grano di pepe”) verwandelt.

und hier ein vertrocknetes Peronospora-Zweiglein

Die junge Fiegl-Generation (Matej, Robert und Martin) betreibt keinen ausdrücklich zertifiziert biologischen Weinbau, für den nur Schwefel und Kupfer bei der Behandlung der Weinstöcke zugelassen sind, aber sie nähert sich an diesen an.

Matej erklärt mir, dass sie dieses Jahr neue Methoden verwendet haben, die unnötiges Spritzen der Reben vermeidbar machen: Kalziumzusatz bewirkt z.B., dass Kupfer und Schwefel nicht sofort beim nächsten Regen abgewaschen wird und damit sofort wieder gespritzt werden muss. Hierzu gibt es auch eine interessante Facebook-Seite auf Italienisch https://www.facebook.com/seminiamosalute?fref=ts

Nur mit umweltschonender Arbeit im Weinberg kann auch die Artenvielfalt der Blumen und Tiere rundherum erhalten werden.

Die Landschaft ist einfach schön hier. Am Hügel gegenüber liegt PODSABOTIN (auf Italienisch Poggio San Valentino), also schon Slowenien.

Am Rande des Weinbergs fallen mir Weinstöcke auf, die anders aussehen als die anderen. Das sei eine Hommage an die Champagne: Hier wachsen in einer einzigen Reihe: Pinot noir, Chardonnay und Pinot meunier, also die Rebsorten, die für die Champagnerproduktion verwendet werden.

Jetzt verstehe ich auch den Namen “meunier” – also “Müller” – die Blätter des Pinot Meunier sehen aus, als wären sie mit Mehl bestäubt.

Und hier noch ein Foto vom berühmten PONCA (Mergel und Sandstein, mit guter Wasserspeicherkapazität), der Boden, der hier auf dem Collio so fantastischen Wein möglich macht:

So – jetzt haben wir uns ein Gläschen verdient. Wir fahren zurück zum Weingut und genießen – mit Blick auf Gorizia – den NEUEN RIBOLLA GIALLA!

Stilvoll auf dem Sitz des Traktors serviert. Sehr spannend. Wer Fiegl kennt, weiß, dass dieser Ribolla gialla (DER typische Wein aus Oslavia) eine Premiere ist. Er hatte 30 Tage mit den Schalen Kontakt (beim klassischen Weißwein wird ja der Saft sofort von den Schalen getrennt). Dies aber bei regulierter Temperatur. Deswegen ist die Farbe goldgelb, aber nicht orange, wie bei anderen Weinproduzenten hier in Oslavia (La Castellada, Radikon).

Die Nase freut sich an Kamillenduft und Salbei – und “was ist das?”- nach einiger Zeit nimmt sie etwas Rauchiges wahr, fast wie bei Whiskey. Dieses interessante, aber schräge Phänomen erklärt mit Matej so: Der Ribolla Gialla wurde ein paar Monate im Holzfaß ausgebaut, in dem sich vorher der “Meja” (der “passito” -also süßer Wein) befunden hatte.

WOW! Heute habe ich wieder einiges gelernt. Danke, Matej!

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